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DIN 18040-1

DIN 18040-1

 

 

Die planerischen und baulichen Voraussetzungen

der DIN 18040-1 im Detail

 

 

Teil 1 der DIN 18040 beschäftigt sich mit den Planungsgrundlagen für barrierefreies Bauen in öffentlichen Gebäuden und liegt aktuell in der Fassung von Oktober 2010 vor. Die DIN 18040-1 ersetzte die DIN 18024-2 aus dem Jahr 1996 und wird in jedem Bundesland einzeln in Form von Technischen Baubestimmungen umgesetzt.

Zu den in der Norm relevanten öffentlich zugänglichen Gebäuden gehören sowohl öffentliche kulturelle Einrichtungen wie Schulen, Theater und Sportstätten als auch Einrichtungen des Gesundheitswesens und öffentliche Büro- und Verwaltungsgebäude. Auch beim Bau von Verkaufs- und Gaststätten sowie Stellplätzen und öffentliche Toilettenanlagen muss die Norm berücksichtigt werden, während Wohnheime und Beherbergungsstätten nicht mehr unter die Vorgaben fallen.

In insgesamt 12 Kapiteln bezieht sich die Norm DIN 18040-1 auf verschiedene Bauelemente und Nutzungsbereiche öffentlicher Gebäude und definiert planerische Grundlagen für diese Bereiche. Die wichtigsten Vorgaben werden im Folgenden übersichtlich dargestellt:

 

Flächen und Platzbedarf

Im Kapitel Flächen und Platzbedarf werden für gehbehinderte Menschen Bewegungsflächen in verschiedensten Gebäudebereichen definiert. Diese Bewegungsflächen stellen sicher, dass Menschen im Rollstuhl beispielsweise ausreichen Platz zum Wenden auf Gehfluren oder einen ausreichend großen Pkw-Stellplatz zur Verfügung haben. 

 

Wege, Plätze, Zugänge

Wege, Plätze und Zugänge müssen sowohl in Bezug auf die Bewegungsflächen als auch hinsichtlich der Quer- und Längsneigung behindertengerecht gestaltet werden. Auch Eingangsbereiche stehen im Fokus der Norm und müssen im Sinne von Rollstuhlfahrern und gehbehinderten Menschen stufen- und schwellenlos erreichbar sein. Darüber hinaus müssen eine sichere Orientierung und eine ausreichende Bewegungsfläche vor den Türen gewährleistet sein.

 

Treppen

Treppen dürfen in öffentlich zugänglichen Gebäuden nicht die einzige Möglichkeit zum Erreichen der oberen Geschosse darstellen und müssen entweder durch einen Aufzug oder eine Rampe ergänzt werden. Ein beidseitiger Handlauf für eingeschränkt gehfähige Menschen ist vorzusehen und muss den Anforderungen der Norm entsprechen. Darüber hinaus definiert die Norm Vorgaben in Bezug auf Sicherheitsmarkierungen.

 

Rampen

Bei Rampen ist vor allem wichtig, dass die Vorgaben in Bezug auf die maximale Neigung eingehalten werden. Damit auch Greifreifenrollstühle die Rampe überwinden können, ist eine maximale Steigung von 6 Prozent vorgegeben. Sowohl am Anfang als auch am Ende der Rampe ist eine Bewegungsfläche von mindestens 150 x 150 cm vorzusehen. Auch Bauelemente wie Zwischenpodeste, Radabweiser, Handläufe und Verlängerungen werden angesprochen.

 

Aufzug

Aufzüge werden vor allem hinsichtlich der Türbreite, der Fahrkorbbreite und der Fahrkorblänge definiert. Auch die Bewegungsfläche vor dem Aufzug sowie die Bedienelemente im Aufzug müssen der Norm entsprechen und behindertengerecht gestaltet werden.

 

Türen

Türen müssen vor allem leicht zu öffnen und zu schließen sein. Darüber hinaus definiert die Norm Vorgaben in Bezug auf die visuelle Kennzeichnung von Türen, die Ein- und Zugangsbereiche vor und nach den Türen sowie die stufenlose Erreichbarkeit. Schwellen sind nur bis zu einer Höhendifferenz von 2 cm zugelassen, wenn sie aus technischer Sicht nicht vermeidbar sind.

 

Brandschutz

In Bezug auf die Sicherheit stellt der Punkt Brandschutz einen wichtigen Aspekt für behinderte Menschen dar. Ein barrierefreies Brandschutzkonzept ist daher absolute Voraussetzung der Norm DIN 18040. Berücksichtigt werden nicht nur gehbehinderte Personen, sondern auch Menschen mit sensorischen oder kognitiven Einschränkungen.

 

Sanitärräume

Sanitärräume müssen baulich so gestaltet werden, dass sie von Rollstuhlfahrern beziehungsweise von Menschen mit Rollator zweckentsprechend genutzt werden können. Dabei bezieht sich die Norm sowohl auf Ausstattungselemente im Bad als auch auf Bewegungsflächen und Türen.

 

Veranstaltungsräume

Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Theater- oder Musikaufführungen sind Vorgaben in Bezug auf die Bestuhlung für motorisch eingeschränkte Besucher zu berücksichtigen. Die Norm gibt hier beispielsweise vor, dass Sitzplätze für Begleiter vorgesehen werden und Zuschauerrampen eine maximale Steigung von 10 Prozent aufweisen dürfen.

 

Sportstätten

Auch in Sport- und Freizeitanlagen wie Schwimmbecken oder Umkleideräumen müssen planerische Vorgaben berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise konstruktive Vorrichtungen zum Einsteigen und Verlassen des Schwimmbeckens.